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MODE
Foto • Stacey Lee
wurde die Marke zum Synonym für Streetwear, lange bevor
dieser Begriff zu einem globalen Geschäftsmodell wurde.
Oversize-Shirts, Bucket Hats und gra昀椀sche Motive wie der
8-Ball tauchten plötzlich überall auf und prägten das Bild
einer Generation.
Einen entscheidenden Anteil daran hatte das International Stüssy Tribe. Ein weltweites Netzwerk aus DJs, Künstlern, Skatern und Freunden der Marke, das funktionierte
wie ein früher Vorläufer von In昀氀uencer-Kultur. Nicht über
Werbung, sondern über Zugehörigkeit. Jedes Tribe-Kapitel hatte seinen eigenen Stil, doch alle waren über das Logo
und eine gemeinsame Haltung verbunden. Stüssy wurde so
zu mehr als Kleidung. Es war ein Zeichen dafür, Teil einer
Szene zu sein oder zumindest zu verstehen, was sie ausmacht.
Doch genau hier begann auch der innere Kon昀氀ikt der
Marke. Mit wachsender Popularität verlor Stüssy für manche seinen Status als Insider-Code. Was einst tief in Subkulturen verwurzelt war, wurde immer sichtbarer, immer
zugänglicher. In den 2000er-Jahren verschwand die Marke
zeitweise aus dem kulturellen Fokus und galt vielen als
überholt oder zu sehr Teil des Mainstreams. Ein typisches
Schicksal für Pioniere, deren Ideen irgendwann von der
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