THP 57 260413 OnlineVersion s - Flipbook - Seite 58
MODE
STÜSSY
Stüssy gehört zu diesen Marken, die man nicht einfach nur trägt.
Man stolpert eher zufällig hinein, bleibt hängen und merkt irgendwann, dass man
Teil einer Geschichte geworden ist, die deutlich größer ist als ein Logo auf Stoff.
Text • Aaron Araki – Fotos • Stüssy
Foto • nikkimeel, shutterstock
Diese Geschichte beginnt Anfang der Achtziger an den
Stränden Kaliforniens, in einer Zeit, in der Surfkultur, Musik und jugendlicher Freiheitsdrang ineinander昀氀ossen.
Shawn Stussy, damals Surfboard-Shaper, begann seinen
Nachnamen auf Boards zu kritzeln. Kein Masterplan, kein
Marketingkonzept, sondern ein persönlicher Stempel. Genau dieser handgeschriebene Schriftzug, irgendwo zwischen Graf昀椀ti und Signatur, entwickelte sich zu einem der
prägendsten Symbole der Streetwear-Szene.
Als das Logo von den Boards auf T-Shirts, Caps und Hoodies wanderte, entstand etwas, das sich nicht wie klassische
Mode anfühlte. Stüssy war von Anfang an eher Haltung als
Trend. Die Teile wirkten entspannt, fast beiläu昀椀g, als hätte
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man den richtigen Vibe nicht gesucht, sondern einfach mitgenommen. Die Designs verbanden Surf-Ästhetik mit Ein昀氀üssen aus Skateboarding, Hip-Hop, Punk und Reggae. Ein
Mix, der damals neu war und genau deshalb eine Jugend
ansprach, die sich nicht festlegen lassen wollte. Stüssy
stand für Freiheit, für Eigenständigkeit und für einen Look,
der nicht erklären musste, warum er funktionierte.
Mit den Jahren verlagerte sich der Fokus von den Stränden in die Städte. Skater, Musiker und Kreative machten
die Marke zu einem festen Bestandteil der urbanen Szene.
Während andere Labels versuchten, mit großen Logos und
klaren Botschaften Aufmerksamkeit zu erzwingen, blieb
Stüssy seinem skizzenhaften Stil treu. In den Neunzigern