THP 57 260413 OnlineVersion s - Flipbook - Seite 54
MODE
HOUSE OF ERRORS
Mode aus einem eigenen Universum
Text • Lucas Kalinowski – Fotos • House of Errors
London bringt in regelmäßigen Abständen Marken hervor, die das Modemilieu irritieren und zugleich bereichern.
HOUSE OF ERRORS gehört zu jener seltenen Spezies: Ein
Label, das nicht versucht, in bestehende Kategorien zu passen – und gerade dadurch seine Kraft entfaltet.
Gegründet 2019 von einem Designer, der sich schlicht Fully
nennt, entstand die Marke nicht aus dem Wunsch nach
Mode, sondern aus der Suche nach Ausdruck. Sein Hintergrund in Architektur und Gra昀椀kdesign schärfte den Blick
für Form, Volumen und Struktur. Als er begann, mit einer
alten Nähmaschine und Stoffen zu experimentieren, entstand etwas, das man weniger als „Kollektion“ und mehr als
kreatives Labor verstehen kann. Früh wurde klar: HOUSE
OF ERRORS ist keine Streetwear, keine Avantgarde, keine
Nostalgie – sondern ein eigenes Universum.
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Handwerk trifft Zukunftssinn
Der Stil der Marke ist unverkennbar. Voluminöse Silhouetten, gepolsterte Strukturen, ein ikonisches allsehendes
Auge als Erkennungszeichen – alles wirkt gleichzeitig futuristisch und handwerklich geerdet. Unter der Ober昀氀äche
steckt viel Traditionswissen: Die Kleidungsstücke entstehen mit erfahrenen Näherinnen und Handwerkern, doch
das Ergebnis bricht konsequent mit allen Erwartungen.
Statt auf Effekte setzt HOUSE OF ERRORS auf Formbewusstsein und besondere Stoffe. Die Entwürfe verbinden
Elemente aus Art-Déco-Grafiken, Vintage-Postern und
klassischen Handwerkstechniken – allerdings so übersetzt, dass sie in keinem Zeitgeist verhaftet sind. Sie wirken wie Artefakte einer Zukunft, die sich an analogen
Werten orientiert.