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MODE
senen USA schnell zum Standard in College-Teams. Enganliegende Bündchen an Rumpf und Ärmeln hielten den
Körper warm, ohne allzu sehr einzuengen und der weiche
Stoff saugte den „sweat“ sehr gut auf. Marken wie Merz b.
Schwanen oder Toys McCoy setzen diese Tradition heute
fort und fertigen Sweatshirts ganz authentisch auf alten
Rundstrickmaschinen nach alten Original-Vorbildern. Fun
fact: Toys McCoy wurde von dem Gra昀椀ker Hiroshi Okamoto
gegründet, der die Vintage Sportswear-Stücke gerne mit
farbenfrohen Motiven aus der Military- und Athleten-Historie bedruckt. Auch Warehouse & Co. widmet sich dem authentischen Sweatshirt nach alter Väter Sitte. Mit dem für
die Japaner bekannten Auge für das kleinste Detail haben
sie die Sportswear von gestern in das 21. Jahrhundert gerettet: In umgekehrter Webart und durch die Verwendung
spezieller Strickmaschinen mit einem schweren, aber weichen Stoff – perfekt für das Gym, das heimische Sofa oder
die Freizeit.
Toys mc Coys
www.instagram.com/illcutz/
Die Geschichte des Hoodies reicht sogar noch weiter zurück als die des Sweatshirts und erzählt von einem Kleidungsstück, das immer wieder neu de昀椀niert wurde. Schon
im Mittelalter trugen Mönche Kutten mit angesetzter Kapuze, um sich zu schützen, zu wärmen und in klösterlicher
Bescheidenheit eine gewisse Anonymität zu wahren: Die
Kapuze gab dem Träger die Möglichkeit, sowohl Teil der Gemeinschaft als auch verborgen in sich selbst zu sein. Dieses
Spannungsfeld – sichtbar und zugleich abgeschirmt – blieb
ein Kernelement des Hoodies über die Jahrhunderte hinweg. Die Kapuze fand schließlich im 20. Jahrhundert ihren
Weg in die amerikanische Sportswear. 1930 erweiterte der
Hersteller Champion das Sweatshirt um eine angenähte
Kapuze, damit der Träger auch am Kopf warm gehalten
wurde. Egal, ob im Kloster oder beim Sport: Das Leitmotiv
des Hoodies blieb immer die reine Funktion, also Schutz,
Wärme und Bewegungsfreiheit. Label wie Dubble Works
tragen diesen Spirit heute weiter und bieten authentische
Hoodies an. Ebenfalls (wieder) mit dabei auf dem Spielfeld
der Sportswear-Kultur: Velva Sheen aus Cincinnati/USA,
ein traditionsreicher Anbieter, der mehrmals vor der Pleite
stand, heute aber das Sportswear-Erbe mit dem Blue Label
(50er und 60er Jahre) und dem Yellow Label (70er und 80er
Jahre) neu belebt.
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